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Nach dem Gesetz über das Branntweinmonopol ist die BfB noch bis zum 31.Dezember 2017 verpflichtet, den in Deutschland von derzeit 8 Obstgemeinschaftsbrennereien, ca. 28.000 Abfindungsbrennereien und von ca. 425.000 Stoffbesitzern ganz überwiegend aus Obst hergestellten Alkohol zu übernehmen (Agrar- und Mittelstandsförderung) und zu verwerten.
Für den übernommenen Alkohol zahlt die BfB einen Übernahmepreis, der sich prinzipiell an den Selbstkosten der Brennereien orientiert. Nur dadurch wird die wirtschaftliche Existenz dieser Brennereien gesichert (Soziale Verantwortung).

Die innerhalb des Monopols tätigen Brennereien gliedern sich in Obstgemeinschaftsbrennereien und Abfindungsbrennereien. Obstgemeinschaftsbrennereien sind Verschlussbrennereien, die als Steuerlager zollamtlich gesichert (verschlossen) sind, so dass über den in den Brennereien erzeugten Alkohol nicht ohne zollamtliche Mitwirkung verfügt werden kann.
Abfindungsbrennereien sind Brennereien, die nicht zollamtlich gesichert sind. Sie dürfen innerhalb des Betriebsjahres (1.10. bis 30.09 des Folgejahres) 300 l bzw. 50 l Alkohol herstellen. Die Alkoholmenge wird an Hand der verarbeiteten Rohstoffe und nach Maßgabe gesetzlich festgelegter Durchschnittsausbeutesätze geschätzt. Neben den Abfindungsbrennereien gibt es noch die Stoffbesitzer (Besitzer von Obstgrundstücken), die aus selbst gewonnenen Obststoffen in einer Abfindungsbrennerei jährlich 50 l Alkohol herstellen dürfen. Die Zahl der aktiven Abfindungsbrennereien und Stoffbesitzer ist von der Obsternte abhängig und kann von Jahr zu Jahr stark schwanken (durchschnittlich sind pro Betriebsjahr ca.20.000 Abfindungsbrennereien und 100.000 Stoffbesitzer aktiv).
Abfindungs- und Stoffbesitzerbrennen ist bis zum 31. Dezember 2017 nur in bestimmten Regionen der Bundesrepublik (insbesondere Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern) zulässig. Daneben ist es aber im gesamten Bundesgebiet möglich, dass Besitzer von Obstbäumen auf gemeinschaftliche Rechnung eine Obstgemeinschaftsbrennerei betreiben, in der je Mitglied aus dem von diesem selbst angebauten Obst bis zu 300 l Alkohol jährlich erzeugt werden darf. Damit sichert die BfB wirtschaftlich den Bestand von Millionen von Obstbäumen (Bildung von Streuobstflächen als Umweltaufgabe).
Der innerhalb des Monopols erzeugte Rohalkohol wird an die BfB abgeliefert und hinsichtlich der Mindestanforderungen an Grädigkeit und mögliche Verunreinigungen untersucht. Dadurch ist eine gleichbleibend gute Qualität des BfB-Alkohols (chemische Bezeichnung : Ethylalkohol oder Ethanol, C2H5OH) gewährleistet. 
Der übernommene Rohalkohol wird zu 96 und 99%igem Neutralalkohol aufbereitet. Diese Aufbereitung wird Reinigung genannt und erfolgt in Anlagen (Edelstahlkolonnen), ähnlich denen einer Raffinerie. In diesen von Prozessleitsystemen gesteuerten und geregelten Produktionsanlagen werden dem Rohalkohol durch Verdampfungsprozesse unerwünschte Nebenbestandteile und Wasser entzogen, bis der Neutralalkohol den geltenden Beschaffenheitsbedingungen entspricht.
Die BfB versorgt ihre Kunden noch bis zum 31. Dezember 2017, wenn auch in stark reduziertem Umfang, schnell und zuverlässig.
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